Die Karibik ist eine der geologisch komplexesten Regionen der Erde. Etliche Einzelheiten der Entstehung Jamaikas sind nicht bekannt oder fraglich. Die verbreitetste Hypothese vermutet, dass sich der westliche Bestandteil Jamaikas und die Blue Mountains im Osten in diversen Landesteilen entwickelt haben und dann erst im Miozän vor ungefähr 8 Mio Jahren zusammentrafen.

Die Blue Mountains im Osten sind Bestandteil eines Gebirges, dessen Bergketten sich obendrein auf Kuba und Hispaniola finden. Die geologischen Strukturen sind inhaltsgleich mit denen dort. Die Berge wurden am Ende des Eozäns aus dem Wasser gehoben und befinden sich seit dieser Zeit permanent über dem Meeresniveau. Vielleicht bestand vor ungefähr 35 Mio Jahren temporär eine Landbrücke zu Hispaniola.

Die westlichen Teile Jamaikas und die Pedrobank waren ursprünglich Teil des untermeerischen Nicaragua-Rückens, von dem sie sich vor 40 Mio Jahren abspalteten. Im Laufe der Kreidezeit bildete sich in der Region eine Reihe von Unterwasservulkanen, von denen einzelne wahrscheinlich kurzzeitig die Meeresoberfläche durchbrachen. Das älteste Gestein, das sich auf der Insel findet, ist erkaltete Lava aus dieser Periode. Der gesamte Block wurde im späten Eozän durch tektonische Bewegungen, unterstützt durch einen stark fallenden Meeresspiegel, über die Oberfläche gehoben. Spätestens damals endete der größte Teil der vulkanischen Aktivität.

Nach weiteren 5 Mio Jahren bedeckte der erneut steigende Meeresspiegel erneut große Teile der Fläche. Als Folge entstand ein mehrere 100 M dicker Kalksteinpanzer, der heutzutage noch so gut wie den ganzen Westen bedeckt.

Es existiert Hinweise, dass sich ein paar höher befindliche Teile als Folge noch ein paarmal oberhalb der Wasseroberfläche befunden haben. Die letzte große Anhebung begann vor 8 Mio Jahren, gleichzeitig mit dem Zusammentreffen mit den Blue Mountains.