Jamaika befindet sich am Nordrand der karibischen Platte, welche sich unmittelbar vor der Küstenlinie unter die Nordamerikanische Platte schiebt. Die Nähe zur Plattengrenze führt stets erneut zu massiven Erdbeben wie ungefähr dem, welches 1692 unter anderem Port Royal zerstörte.

Der Westen und die Mitte der Insel werden dominiert von mehreren 100 Meter dicken Kalksteinschichten, die etwa zwei Drittel der Oberfläche bedecken. Im Zentrum bilden sie bis zu 900 Meter hohe Bergketten. Im weichen Gestein haben sich tiefe Täler, Dolinen und Höhlen mit unterirdischen Flussläufen gebildet. Die Verkarstung ist besonders prägnant im Cockpit County südlich von Montego Bay.

Die Gebirge fallen an einigen Stellen im Norden über 500 M steil zur See ab. Dort beginnt direkt vor der Küstenlinie der 7680 M tiefe Kaimangraben. Im Süden ist der Abstieg zu dem Meer flacher mit weiten Alluvialebenen, die im Verlauf der vergangenen 8 Mio Jahre von den Flüssen erschaffen wurden. Einzelfaelle bilden 2 Bergketten in Westmoreland und Saint Elizabeth, welche bis an die Küstenlinie reichen. Abgesehen von Kalk wird der Untergrund von erkalteter Magma, Gneis und Schiefer geformt. Der elementarste Bodenschatz ist Bauxit, dessen Lagerstätten östlich von Montego Bay und westlich von Kingston im Inselinneren existiert. Darüber hinaus werden Gips und Marmor abgebaut.

Der Osten wird von den Blue Mountains beeinflusst, einer Bergkette, welche sich auf einer Länge von rund 100 km von Nordwesten nach Südosten erstreckt, mit vielen Ausläufern nach Norden und Süden. Hier ist der höchste Punkt der Insel, der 2256 hoch gelegene Blue Mountain Peak.

Jamaika wird von zahlreichen kurzen Flüssen durchzogen. Wegen der Lage der Gebirge fließen jene im Regelfall nach Norden oder Süden. Die Masse des von ihnen geführten Wassers schwankt im Laufe der Regenzeiten stark. Im im Regelfall weichen Gestein können die Ströme leicht ihren Lauf ändern oder über längere Strecken unterirdisch verlaufen. Als längster Strom Jamaikas wird oftmals wird der Black River genannt. Auf einer Länge von 53,4 Kilometern führt er das ganze Jahr über oberirdisch Wasser und ist mit kleinen Booten schiffbar. Der eigentlich längste Strom ist jedoch der Rio Minho mit 92,6 Kilometern, dessen Oberlauf im Unterschied dazu periodisch trockenfällt und der lediglich in unmittelbarer Küstennähe schiffbar ist. Beide Ströme liegen im Südwesten und werden durch die Clarendon-Wasserscheide getrennt. Auch auf Abschnitten schiffbar ist der 39,7 Km lange Cabaritta River. Besondere ökonomische Relevanz hat der Rio Cobre, der in Saint Catherine eine Anbaufläche von 73 Quadratkilometern bewässert und Spanish Town mit Strom versorgt.

Im porösen Kalkstein bilden sich lediglich selten Seen. Einen Ausnahme bildet der Moneague Lake. In normalen Jahren belegt er bloß eine absolut kleine Fläche oder trocknet ganz aus. Im Abstand von mehreren Jahrzehnten wächst er im Gegensatz dazu auf eine Fläche von 300 Hektar an, die er für mehrere Monate behält. Der Ursache ist nicht bekannt, steht allerdings wohl in Relation mit Veränderungen im unterirdischen Abfluss.